Was vielen Mitmenschen ein Bauchgefühl, vielen Umweltbewegten eine steigende Gewissheit und den unabhängigen Wissenschaftern längst bekannt war, haben nun zwei Forscher aus dem Umfeld der BERENIS, der Beratungsgruppe des Bundes,  bestätigt: Elektromagnetische Felder sind ursächlich beteiligt an der Entstehung von Krebs. Nachdem der Bund wegen der Rolle der BERENIS und seines Hauptverantwortlichen Prof. M. Röösli unter Druck geraten war, wurde in einer nachträglichen Aufarbeitung vieler bisher ausgeblendeter Studien Klarheit geschaffen:

Meike Mevissen und David Schürmann legten im Januar 2021 eine umfassende Analyse vor, die auf der Nachbearbeitung von über 220 Studien der jüngsten Vergangenheit beruht. Studien, die von der BERENIS in all den Jahren unter den Teppich gekehrt wurden. Als Reaktion auf die Proteste im Januar 2020 von vielen Industrie-unabhängigen Forschern aus der ganzen Welt musste die Gruppe BERENIS nun von der bisher gebetsmühlenartig repetierten Haltung, es gebe erst "einzelne Hinweise"  "wir wissen zuwenig" und: "wir müssen weiterforschen" Abschied nehmen.

Die Resultate dieser Querschnittsanalyse zeigen nun auf sehr differenzierte Weise die Mechanismen auf, wie gepulste Funkstrahlung auf unseren Organismus einwirkt.

Wie längst und - von der Mobilfunkindustrie unabhängiger Forschung - mehrfach belegt, schadet gepulste Strahlung moderner Kommunikationstechnik der Gesundheit auf vielfältige Weise. Sie schadet auch gesundheitlich vorbelasteten Menschen stärker als nicht vorbelasteten.

Mit überzeugender Argumentationstiefe werden die Zusammenhänge von Mobilfunkstrahlung mit den wichtigsten zivilisatorischen Krankheiten wie Krebs, ALS, neurologische Störungen, Verhaltensstörungen, Wahrnehmungsstörungen....erklärt. Im Zentrum steht häufig die Bildung von ROS (Freien Radikalen) durch oxidativen Zellstress.

Im Vergleich von 223 neueren Studien werden die durch Funkstrahlung im Körper und in den Zellen von Lebewesen bewirkten Abläufe detailliert bezeichnet und erklärt.  Es wird auch die Kausalität von Strahlungseinfluss und körperlicher Schädigung mehrfach und hinreichend belegt; ebenso die Wirkung auf unser Immunsystem, was aktuell eine der wesentlichsten Erkenntnisse der Epidemiologie sein müsste.

Die meisten dieser Effekte treten bereits bei Einwirkungen innerhalb der geltenden Grenzwerte auf:

„Diese Beobachtungen wurden gemacht mit einer Vielzahl von Zelltypen, Expositionszeiten und Dosen (SAR oder Feldstärken) innerhalb der Bereiche der gesetzlichen Grenzwerte und Empfehlungen“.

Der schädigende Wirkmechanismus ist in dieser Studie auf vielfältige Weise beschrieben.

Es besteht somit kein ernstzunehmender Zweifel mehr, dass die bestehenden Grenzwerte vor körperlichen Schädigungen nicht schützen.

Es dürfen somit gemäss den geltenden Gesetzen (Vorsorgeprinzip) keine weiteren Sende-Anlagen bewilligt werden und Strahlung der bisherigen Anlagen müsste so schnell als möglich auf ein gesundheitsverträgliches Mass zurückgefahren werden.

Hierbei darf keine Rücksicht auf die allgemein verbreiteten Konsumgewohnheiten genommen werden, da neben der Selbstgefährdung durch die Mobilfunkstrahlung eigener Geräte auch eine eindeutige Abhängigkeit von Nutzung und allgemeiner Belastung besteht - je mehr Nutzung, je datenintensivere Nutzung, desto höher die Belastung der unmittelbaren, aber auch der weiteren Umgebung.  Eine Belastung, welche wie nun belegt ausreicht, eine Vielzahl von unbeteiligten Dritten zu schädigen.

Eine Leistungsreduktion der Sendeanlagen um einen nennenswerten Faktor ist so schnell wie möglich vorzunehmen. Ebenso muss von den viel zu billigen flat-rates Abschied genommen werden, die Tarife für Datenkonsum müssen die Schädigungswirkung so rasch als möglich einpreisen.

Bis zum Vorliegen neuer Erkenntnisse bezüglich wissenschaftlich anerkannter tieferer Schwellenwerte zur Schädigung ist auch ein weiterer Ausbau des Mobilfunknetzes nicht  zu verantworten.  Die Anwendung adaptiver Antennen mit ihrer grösseren Strahlenzahl, die einen Körper treffen können, muss unterbunden werden.

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Vom Menschen erzeugte elektromagnetische Felder und oxidativer Stress- Biologische Effekte und Konsequenzen für die Gesundheit